Bild Ein unvergesslicher Abend in der Pinakothek der Moderneinfo Icon© Meike Reiners

Neues aus dem Freundeskreis Ein unvergesslicher Abend in der Pinakothek der Moderne

Kunst und Kultur an besonderen Orten erleben, ein kurzer Draht zu Menschen mit spanndenen Ideen und Projekten, Netzwerke knüpfen und pflegen – dafür stehen die Programmangebote des Freundeskreises. Der örtliche Freundeskreis in München präsentierte seinen Mitgliedern nun genau so ein Angebot: Ziel war die Pinakothek der Moderne, in der die Freundinnen und Freunde sich auf eine „Reise zum verweigerten Bildnis“ machten. Was es mit dieser Reise auf sich hatte, schildert der folgende Bericht.

Mit einem grünen Akkreditierungsbändchen ausgestattet folgten 45 Mitglieder und Freunde des Freundeskreises in München den Schildern zum Ernst von Siemens Auditorium in der Pinakothek der Moderne.

Hier erwartete uns Dr. Franziska Kunze, die Sammlungsleiterin Fotografie und zeitbasierte Medien an der Pinakothek der Moderne, und nahm uns mit auf eine einmalige Reise zum „Verweigerten Bildnis“.

Sie erläuterte uns, dass „es ist vielleicht grundsätzlich richtiger ist, von fotografischen Bildern zu sprechen und nicht von Fotografie, denn DIE Fotografie an sich gibt es nicht.

»Frei nach Ansel Adams: You do not take a photograph, you make it. Denn Bilder werden ihrem Namen nach »gebildet«.“

In rascher Abfolge folgten Beispiele störender Elemente im Negativ, die Franziska Kunze eindrücklich erläuterte, wenn sie bemerkte: „Ich interessiere mich für die störenden Elemente im Negativ, auf dem Papier, auf dem Film. Die Störungen im Bildkörper – so möchte ich das mal nennen.“ Denn in diesem Sinne ist das Bild ein verweigertes Bildnis.

Wir erlebten hautnah den dialogischen Prozess der Künstler mit ihrem Werk.

In der sehr lebendigen Diskussion machte Franziska Kunze deutlich, dass „Fotografien, die diese Form der Transparenz mit ihren eigenen Mitteln brechen, sich durch eine gewisse Opazität auszeichnen, auf sich selbst verweisen und folglich ein Bild von sich selbst entwerfen“. Diesem Themenkomplex wird sich im Jahr 2023 eine Ausstellung in der Abteilung Fotografie widmen.

Mit einem lebhaften Austausch bei Wein, Käse und Brezen in der nahegelegenen Markuskirche über das Gehörte und Gott und die Welt ging der Abend heiter zu Ende.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass diese Veranstaltung nicht ohne eine sehr großzügige Spende möglich gewesen wäre. Weitere spannende Orte und Ereignisse werden im kommenden Jahr folgen. Das Jahr 2022 lassen wir mit dem Besuch des Konzertes „Weinachten im Lichtermeer“ in St. Lukas ausklingen.

 

Barbara Kittelberger
Leiterin des Freundeskreises in München